Rechtsschutz

Keine Arbeitnehmerhaftung bei leichter Fahrlässigkeit

Eine kleine Unaufmerksamkeit kann einen großen Schaden zur Folge haben. Diese Erfahrung musste auch ein Mitglied aus dem Bezirk Moers machen. Es war ein sehr hektischer Tag, er arbeitete an einem anderen Einsatzort als üblich und schon war es passiert – ein Schaden von 500.000 € war entstanden. Der Arbeitgeber war der festen Überzeugung, der Arbeitnehmer müsse sich an der Finanzierung der Schadenbewältigung beteiligen und forderte den Kollegen auf, 30.000 € zu übernehmen. Dieser wandte sich an das Rechtsschutz-Regionalbüro Moers mit der Frage, ob die Forderung rechtmäßig ist.

krischer fotografie

Alexandra Jansen Rechtsschutzsekretärin Alexandra Jansen

Die Rechtsprechung hat hier eine Stufenregelung entwickelt. Bei leichter und mittlerer Fahrlässigkeit haftet der Arbeitnehmer gar nicht. Begründet wird das vor allem damit, dass der Arbeitgeber sich gegen derartige Schäden versichern kann, der Arbeitnehmer nicht. Selbst bei grober Fahrlässigkeit ist die Haftung auf drei Bruttomonatsgehälter gedeckelt. Nur bei Vorsatz, also bei Absicht, muss der Arbeitnehmer den Schaden voll tragen.

Die Rechtsschutzsekretärin Alexandra Jansen wies den Arbeitgeber auf die Rechtslage hin und darauf, dass hier lediglich von leichter Fahrlässigkeit auszugehen sei und ihr Mandant hier für den Schaden nicht haften muss. Der Arbeitgeber blieb hartnäckig und versuchte es erneut. Er forderte allerdings „nur noch“ 9.000 €, was drei Bruttomonatsgehälter des Kollegen entspricht.

Aber auch die Rechtsschutzsekretärin und ihr Mandant blieben hart, es erfolgte ein weiteres Schreiben an den Arbeitgeber, mit dem die Forderung zurückgewiesen wurde, wieder mit der Begründung, es liegt nur leichte Fahrlässigkeit vor. Schließlich musste auch der Arbeitgeber einsehen, dass die Rechtsauffassung der Rechtsschutzsekretärin richtig ist und verzichte auf ein Klagverfahren vor dem Arbeitsgericht. Der Kollege muss für den Schaden nicht haften!

Nach oben