Bundesjugendtreffen 2018

Keine halben Sachen

Drei Tage Spiel, Spaß und Sonnenschein: Knapp 800 junge Menschen reisten ins bayerische Reinwarzhofen zum Bundesjugendtreffen (BJT), das in diesem Jahr unter dem Motto "Ausbildung und so ..." stand.

Jens Wegener

BJT 2018
29.05.2018

Kann man ernsthafte politische Diskussionen führen, während man gerade unter dem Rasensprenger liegt? „Klar!“, ruft Barbara Wegener aus Grevenbroich aus dem Bezirk Moers. Das hört sich vielleicht erst etwas seltsam an. Aber genau darum geht es beim Bundesjugendtreffen (BJT): Politik und Party miteinander zu verbinden. Knapp 800 Teilnehmer reisten dafür vom 10. bis zum 13. Mai ins bayerische Reinwarzhofen.

Jens Wegener

BJT 2018

Barbara ist am Samstagabend ein bisschen sonnenverbrannt und ein bisschen müde - aber absolut begeistert. „Das BJT ist so unendlich cool“, sagt die 20-Jährige, die zum ersten Mal bei dem gewerkschaftlichen Zeltlager ist. „Ich habe viele neue Leute kennen gelernt und sehr gute Gespräche geführt.“ Hinter ihr liegen drei Tage voller Workshops, Musik, Lagerfeuer – und wenig Zeit zum Schlafen. Alles ganz schön anstrengend, aber auch ganz schön inspirierend. Und ein Highlight kommt zu dem Zeitpunkt noch: Die Playbackshow mit zwölf großartigen Acts in Glitzerkostümen und Einhorn-Verkleidung, die ab dem ersten Lied die IG-BCE-Jugend im Großzelt von den Sitzen reißt.
Die Jugend macht eben „keine halben Sachen“, wie die Abteilung Junge Generation bei ihrer Tarifaktion zur Forderungsempfehlung der chemischen Industrie verdeutlicht. Dort verlangt sie eine Verdoppelung des Urlaubsgeldes.
„Keine halben Sachen“ – das gilt auch für das diesjährige BJT-Motto „Ausbildung und so …“. Denn in der Ausbildung die eigenen Rechte durchzusetzen ist wichtig. Das gilt vor allem für die Themen Digitalisierung, Azubivertretung und Fachkräftesicherung. Mit diesen beschäftigen sich die Teilnehmer das Wochenende über in Workshops, in Podiumsdiskussionen und in den Mitmach-Aktionen der Landesbezirke. Spielerisch erfahren sie von der Möglichkeit einer Teilzeit-Ausbildung oder den verschiedenen Ausbildungssystemen in anderen europäischen Ländern.

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„Was ist für dich eine gesunde Ausbildung?“ Um die Frage dreht sich alles bei der Aktion vom Landesbezirk Nord. „Sozialräume, Freizeitausgleich und eine gesunde Kantine spielen eine wichtige Rolle“, hat der Vorsitzende des Landesbezirk-Jugendausschusses-Nord, Dennis Martin, durch die Aktion von den Teilnehmern erfahren. „In den meisten IG-BCE-Betrieben läuft es ganz gut. In großen Betrieben ist das natürlich einfacher als in kleinen.“
„Wir wollen drei Dinge tun: Miteinander Gewerkschaft diskutieren, ordentlich feiern und für die Jugendarbeit in der IG BCE zu stehen“, betont der IG-BCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis bei der Begrüßung.   Jugendpolitik konkret, das heiße der Jugend ihren Raum zu lassen und gleichzeitig eine geeinte Organisation zu sein. „Wir sind vereint. Das macht uns stark. Das macht uns anders“.
Vereint singen Vassiliadis und der im geschäftsführenden Hauptvorstand für die Jugend zuständige Francesco Grioli dann auch in Bob Marley-Manier „Get up, stand up, for your rights“. Grioli betont: „Wir erstreiten uns Generationsgerechtigkeit. Wir quatschen nicht. Wir regeln.“

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